Die Region im westlichen Teil Rumäniens ist unter dem Namen "Banat" bekannt. Das Banat erstreckt sich von der Grenze Rumäniens mit Ungarn (im Westen) bis zum Fluss Mures (im Norden), der Donau (Süden) und den Karpaten (Osten). Das "rumänische Banat" (es gibt auch ein "Banat" in Serbien) umfasst heutzutage die Kreise Timis, Caras-Severin, Arad und Hunedoara.
Das Banat war in der Antike ein Teil von Dacia. Diese befand sich ab 101 zum Teil (auch das heutige Banat) unter römischer Herrschaft. Die Römer verließen die Provinz Dacia im Jahre 275. In den darauf folgenden Jahrhunderten wurde die Region von den Goten, den Hunnen, den Langobarden und den Awaren besiedelt. Ende des 9. Jahrhunderts besetzten die Madjaren das Land. Karl Robert von Anjou machte im Jahre 1315 Temeswar (die heutige Hauptstadt des Kreises Timis) zu seinem Königssitz. 1552 eroberte Achmed Pascha das Banat, das eine türkische Provinz wurde. Unter der Leitung des Prinzen Eugen von Savoyen belagerten die österreichischen Truppen die Festung Temeswar. Durch das Friedensabkommen von Passarowitz (1718) erhielt Österreich entgültig das Banat. Von nun an begann die Ansiedlung der deutschen Kolonisten.
Zwischen den Jahren 1722 und 1788 gab es drei große "Schwabenzüge". Während dem ersten Schwabenzug, dem Karolingischen (1722-1738), wurden im Banat 57 deutsche Dörfer gegründet, es wurden etwa 23 000 Deutschen angesetzt. Die Theresianische Kolonisation erfolgte zwischen 1763 und 1780. Dann wurden 33 deutsche Dörfer gegründet, mit insgesammt rund 30 000 Bewohnern. Die letzte Kolonisationswelle, die Josefinische Ansiedlung, fand zwischen 1782 und 1788 statt. Als die Ansiedlung der deutschen Kolonisten zu Ende ging, gab es im Banat 105 deutsche Ortschaften, mit insgesammt 75 000 Einwohnern. Im Jahre 1900 war die Anzahl der Deutschen im Banat auf 450 000 gestiegen. Für eine Zeitspanne war Deutsch die Amtssprache im Banat.
Kirchweih in Garâna (dt. Wolfsberg), im Banater Bergland
Dank den deutschen Kolonisten, entwickelte sich die Region sehr schnell, sowohl im wirtschaftlichem, als aus im kulturellen Bereich (zum Beispiel erscheint in Temeswar 1771 die erste Zeitung in Südwesteuropa überhaupt, die Temeswarer Nachrichten; ebenfalls da gab es 1720 eine erste deutsche Schule und 1761 das erstes deutsche Theater). Auch heutzutage ist das Banat besser als andere Gegenden des Landes entwickelt und ist immer noch als "deutsche Region" bekannt. Die Deutschen im Banat heißen "Banater Schwaben", auch wenn sie eigentlich aus verschiedenen Regionen stammen: Bayern, Schwaben, Thüringen, Pfalz, Rhein-Gebiet, Saarland, Elsaß, Lothringen, Luxemburg und Böhmen.
Zwischen 1778 und 1918 stand das Banat mal unter österreichischer mal unter ungarischer Herrschaft. 1895 verließen rund 90 000 Deutsche das Banat und zogen nach Amerika. Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Banat infolge des Friedensvertrags von Trianon an Rumänien, Jugoslawien und Ungarn geteilt. Das zweite Weltkrieg hat die Anzahl der Banater Schwaben stark beeinflusst. Während des Krieges mussten infolge eines Abkommens zwischen Deutschland und Rumänien 60 000 Banater Schwaben für die deutsche Wehrmacht an die Ostfront von Stalingrad kämpfen. 1944 wechselte Rumänien die Front, deutsche Persönlichkeiten wurden verhaftet. Unter diesen Umständen flohen 70 000 Banater Schwaben aus der Region. Von den Deutschen, die sich noch in Rumänien befanden, wurden 80 000 nach Beendung des Weltkrieges nach Russland verschleppt. Der Kommunismus brachte die Verstaatlichung verschiedener Wirtschaftsbereiche und die Kollektivierung der Landwirtschaft mit sich. Zur selben Zeit wurden 1951 40 000 Banater Schwaben in die Baragan-Steppe depportiert. In den 1970-er und 1980-er Jahre verließ eine große Anzahl von Banater Schwaben ihre Heimat. Am 16. Dezember 1989 begann in Temeswar eine Revolution, die zum Sturz der kommunistischen Regierung führte. Gleich nach der Wende (und der Grenzöffnung) zogen weitere 25 000 Banater Schwaben nach Deutschland. Die Volkszählung von 2002 ergab, dass heutzutage rund 27 000 Angehörige der deutschen Minderheit im Banat leben.
Das Banat ist eine Region, in der viele ausländische Firmen ihre Rumänien-Niederlassung haben. Zum einen, weil die Infrastruktur besser als in anderen Gegenden Rumäniens ist. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass hier gut ausgebildetes Personal, das auch noch gute Deutschkenntnisse hat, preisgünstig anzuheuern ist. In den letzten Jahren entwickelten sich im Banat insbesondere Bereiche wie IT und Telekommunikation, chemische Industrie, Bauwesen Textilindustrie, Bankwesen, Forstwirtschaft (im Kreis Caras-Severin) u.a.
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