Inflation 2004
Die kumulierte Inflationsrate (Ende Dezember 2004 im Vergleich zu Ende Dezember 2003) betrug 9,3 Prozent. Somit ist die Inflation in Rumänien zum ersten Mal in den letzten 15 Jahren unter die Zehn-Prozent-Grenze gesunken. Das offizielle Jahresziel von 9,0 Prozent wurde jedoch leicht überschritten. Im vergangenen Jahr war die Inflation um 4,8 Prozent unter der Inflationsrate 2003. Für das Jahr 2005 haben sich Regierung und Nationalbank (im Haushaltsplan 2005) eine Reduzierung der Inflation um zwei Prozentpunkte auf 7,0 Prozent zum Ziel gesetzt.
Einnahmen des Staatshaushaltes 2004
Die Einnahmen des Budgets sind im Jahr 2004 um 27,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Einnahmen beliefen sich auf 321 537 Milliarden Lei (rund acht Milliarden Euro). Den größten Anteil (72 Prozent) davon hatte mit 234 008 die Mehrwertsteuer. Im Vergleich zum 2003, stiegen die Einnahmen durch die Gewinnsteuer um 47,4 Prozent. Die Sozialversicherungen wuchsen um 25,9 Prozent, der Einnahme-Zuwachs bei der Krankenversicherung lag bei 24,4 Prozent. Nur die Einnahmen des Arbeitslosenfonds waren im 2004 niedriger als diejenigen von 2003.
Internationale Reserven
Die internationalen Reserven Rumäniens machten Ende Dezember 2004 11,92 Milliarden Euro aus.
Durch Einnahmen von 916,5 Millionen Euro kam es im Dezember 2004 zu einem Rekordzuwachs der Devisenreserven der Nationalbank. Diese lagen im Dezember bei 10,8 Milliarden Euro. Zum Rekordzuwachs kam es hauptsächlich dank der Privatisierung der Erdölgesellschaft SN Petrom SA (611,1 Millionen Euro).
Die Goldreserven Rumäniens blieben unverändert (105,1 Tonnen). Durch die Preisentwicklung auf den internationalen Märkten ist ihr Wert von 1,15 Milliarden Euro auf 1,08 Milliarden Euro gesunken.
Handelsdefizit im November 2004
Das Handelsdefizit erreichte im November 2004 mit 956,4 Millionen Euro einen Rekordstand. Es war das höchste monatliche Außenhandelsdefizit, das in den letzten 15 Jahren verzeichnet wurde. Die Importe betrugen 2,6 Milliarden Euro (um 32,4 Prozent mehr als im November 2003). Die Exporte beliefen sich auf 1,66 Milliarden Euro (+21,4 Prozent).
Das Defizit der ersten elf Monate 2004 lag bei 6,3 Milliarden Euro (um 1,5 Milliarden Lei mehr als in den ersten elf Monaten des Vorjahres). Die Importe legten um 22,6 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro zu. Die Exporte stiegen nur um 21 Prozent, auf 17,3 Milliarden Euro.
Die Exporte in die Europäische Union sind im Vergleich zum Jahr 2003 um 19,5 Prozent gestiegen. Sie haben einen Anteil von 73,2 Prozent an den Gesamtexporten erreicht. Rumänien exportierte vor allem Textil- und Bekleidungsartikel.
Gehalt
Der Mindestlohn liegt in Rumänien bei 2 800 000 Lei (rund 70 Euro).
Der durchschnittlich Nettolohn betrug im November 2004 6,2 Millionen Lei (rund 158 Euro). Der Bruttolohn stieg bei durchschnittlichen 8,57 Millionen Lei (rund 219 Euro). Grund für den Zuwachs der Löhne sind die Lohnerhöhungen in der öffentlichen Verwaltung und die Prämienauszahlungen. Am stärksten stiegen im November die Löhne in den Bereichen Forstwirtschaft (+16,4 Prozent), Industrie für Elektromaschinen und –apparate (+11,8 Prozent), Handel (+5,3 Prozent) und Bergbau (+3,5 Prozent).
Im September 2004 erreichte der durchschnittliche Nettolohn 5,94 Millionen Lei (rund 150 Euro, um 1,5 Prozent im Vergleich zum Monat August gestiegen). Der durchschnittliche Bruttolohn betrug 8,21 Millionen Lei (rund 205 Euro, um 1,4 Prozent mehr als im Vormonat). Das durchschnittliche Einkommen im Bereich der Landwirtschaft liegt bei 4,1 Millionen Lei (rund 100 Euro).
Arbeitslosenzahl
Die Arbeitslosenzahl lag im September 2004 bei 6 Prozent der rumänischen Bevölkerung (um 0,7 Prozent weniger als in der selben Zeitspanne des Vorjahres und um 0,1 Prozent weniger als im August). Die höchste Arbeitslosenzahl wurde im September im Kreis Hunedoara registriert: 11,7 Prozent. Die geringste Arbeitslosenzahl gab es im Kreis Satu Mare: 1,5 Prozent.
Ende des Jahres 2003 waren 7,2 Prozent der rumänischen Bürger arbeitslos.
Brutto-Inland-Produkt (BIP)
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2004 hatte Rumänien ein BIP von rund 22,3 Milliarden Euro. Bis Ende des Jahres soll das BIP auf 55 Milliarden Euro steigen. Die Regierung erwartet für das Jahr 2005 ein BIP von 62 Milliarden Euro, Ende 2008 sollen es 80 Milliarden Euro sein.
Ausländische Investitionen
Die ausländischen Investitionen in Rumänien betrugen in den ersten vier Monaten des Jahres 2004 583 Millionen Euro, um 31 Prozent mehr als in der selben Zeitspanne des Vorjahes. Die meisten ausländischen Unternehmen sind in Bucuresti oder im westlichen Teil des Landes präsent. Nur im Monat Mai 2004, zum Beispiel, wurden im Westen Rumäniens 133 neue Firmen mit ausländischem Kapital gegründet.
Die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien (zwischen dem 1. Januar 2003 und dem 31. Oktober 2003) hatten einen Wert von 1,33 Milliarden Euro, um 20 Prozent mehr als in der selben Zeitspanne des Vorjahres. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2003 sind in Rumänien 5528 Gesellschaften mit ausländischer Kapitalbeteiligung eingetragen worden, davon die meisten in den folgenden Bereichen:
- Industrie (53,8 Prozent)
- Dienstleistungen (16,3 Prozent)
- Handel (10,8 Prozent)
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